römisches rottweil – arae flaviae

orpheus_roemerstrasse
herkules

Ein besonderes Fundstück von 2014 ist eine ca. 1,0 m große Herkules-Skulptur aus dem antiken Garten der Sol-Villa. Diese wird ab 12. März 2017 im Dominikanermuseum ausgestellt sein.

Die Abteilung römisches rottweil – arae flaviae ist Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg und wurde im Juli 2011 neu konzipiert und erweitert wieder eröffnet. Die Ausstellung begleitet die Besucher am 4. August des Jahres 186 n.Chr. durch das römische Rottweil, beginnend morgens auf dem Forum, zu verschiedenen öffentlichen und privaten Terminen bis hin zum Festmahl am Abend. Rekonstruktionen und interaktive Bereiche ergänzen die Ausstellung. Begleitend zur Ausstellung kann mit dem Museumsspiel auf einem iPod das Leben aus der Sicht einzelner Personen erlebt werden.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Orpheus-Mosaik, das für Rottweil aber auch generell für die Römerzeit in Baden-Württemberg von zentraler Bedeutung ist. Es wurde bereits 1834 südlich des Hofgutes Hochmauren als Fußboden eines 8 x 8 Meter großen Raumes gefunden und zeigt den thrakischen Sänger, der die Tier- und Pflanzenwelt bezaubert.

Aufgrund einer hölzernen Schreibtafel mit Nennung der Stadt als municipium aus dem Jahr 186 n.Chr. gilt Rottweil als einzige römische Stadt Baden-Württembergs. Als älteste Stadt des Landes kommt Rottweil damit besondere Bedeutung zu. Das römische Arae Flaviae wurde bereits zu Beginn der 70er Jahren des ersten nachchristlichen Jahrhunderts unter Kaiser Vespasian gegründet. Bis zur Anlage einer Stadt befanden sich hier zunächst fünf nacheinander belegte Militärlager, darunter ein Legionslager, zu beiden Seiten des Neckars. Der Name (flavische Altäre) verweist auf ein zentrales Heiligtum für das Kaiserhaus, das sich hier befunden haben muss.

Die ausgestellten Objekte erzählen von der bewegten römischen Vergangenheit mit verschiedenen Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen, mit Zivilisten und Soldaten. Zubehör römischer Rüstungen und von Pferdegeschirr – darunter eine Rarität: die bronzenen Beschläge eines Sattels – stehen für die militärischen Anfänge. Besondere, für Süddeutschland einmalige Funde, sind ein Wasserhahn für Warm- und Kaltwasser sowie ein hölzerner Schuhleisten. Weitere Funde aus Keramik, Metall, Glas und Bein belegen das alltägliche aber teils auch luxuriöse Leben im römischen Rottweil. Ein Bruchstück eines Grabmals und Funde aus Gräbern zeugen von Jenseitsvorstellungen. Einen ersten Eindruck von der römischen Abteilung können Sie sich in einem Film der Römerstrasse Neckar-Alb-Aare verschaffen.